Kopf- und/oder Filzläuse

"Lausplage am Zürichberg"

Aus der Sendung "Schweiz aktuell" vom 18. April 2017


FAQ - Häufig gestellte Fragen

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Woher kommen Läuse?

Ganz einfach: Sie kommen von einem anderen Kopf! Es gibt keine anderen "Lausnester". Läuse springen weder von einem Baum ins Haar, noch können Sie durch ein Haustier übertragen werden. Auch sitzen sie nicht in der Spielecke des Kindergartens und warten bis die Kinder morgens endlich kommen. Sie verbringen ihr ganzes Leben im Kopfhaar; und dies tun sie schon lange. So hat man z. B. bei Ausgrabungen von Mumien aus dem alten Ägypten Läuse und Nissen in deren Haare gefunden.

Wie kommen die Lauseier in die Haare?

Es gibt nur einen Weg: Die Eier werden nicht übertragen, sondern von einem Lausweibchen ins Haar geklebt. Pro Tag kann ein Lausweibchen 3 bis 6 Eier legen.

Bekommen auch Kinder mit kurzen Haaren Läuse?

Die Länge der Haare hat wenig Einfluss darauf, ob jemand mit Läusen angesteckt wird oder nicht. Nur bei keinen oder ganz kurzen (kürzer als 2 cm!) Haaren können die Läuse sich nicht halten und lassen sich daher auch nicht nieder. Kurze Haare haben den Vorteil, dass Läuse, Eier und Nissen einfacher zu finden und entfernen sind. Sie sind aber kein Schutz vor einem Befall.

Was sind Nissen?

Nissen sind die leeren Hüllen der Lauseier.
Ein Lausweibchen legt nur Eier in den Haaren ab. Schlüpfen aus diesen Eiern Babyläuse (Nymphen) bleibt nur noch die leere Eihülle übrig: die Nisse.

Welche Lausarten nisten sich beim Menschen ein und wo?

Auf dem Menschen leben drei verschiedene Arten von Läusen: die Kopflaus, die Kleiderlaus und die Filzlaus. Sie alle gehören zu den Tierläusen von denen insgesamt etwa 415 Arten bekannt sind.

Die Kopflaus lebt, wie der Name es schon vermuten lässt, ausschliesslich in den Kopfhaaren.

Die Kleiderlaus lebt in Säumen, Nähten und Falten von Kleidern. Sie kommt auf die Haut der Menschen um sich zu ernähren und verschwindet anschliessend wieder in den Kleidern. Sie ist heute in unseren Breiten sehr selten geworden. Die Kleiderlaus ist die einzige Laus die im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene vorkommt.

Die Filzlaus befällt vor allem die behaarten Stellen des Genitalbereichs, kann aber auch in anderen haarigen Partien wie Achselhöhlen, Augenbrauen- und Wimpern oder bei Männern im Barthaar vorkommen. Filzläuse werden fast ausschliesslich durch Geschlechtsverkehr übertragen und ein Befall mit Filzläusen zählt deshalb auch zu den Geschlechtskrankheiten.

Hat Lausbefall mit Hygiene zu tun?

Ein Lausbefall (Kopf- oder Filzläuse) hat nicht das Geringste mit Hygiene zu tun. Leider führt dieses Klischee auch heute noch dazu, dass viele Eltern einen Lausbefall verheimlichen und damit den Läusen die Zeit und Möglichkeit geben, sich auszubreiten.

Kann man sich vor einem Lausbefall schützen?

Einen sicheren 100% Schutz vor Läusen gibt es nicht. Aber einige Regeln und Massnahmen verringern das Ansteckungsrisiko:

  • Lange Haare zusammenbinden. Dies schützt sowohl vor einer Weiterverbreitung als auch vor einer Ansteckung.
  • Machen Sie regelmässige Kontrollen zur Gewohnheit, denn sie sind der beste Schutz! Achten Sie auf Läuse, Eier und Nissen. Hier ist die Qualität des verwendeten Lauskammes wichtig. Damit wird ein Befall frühzeitig entdeckt, eine Behandlung um ein Vielfaches erleichtert und eine grossflächige Verbreitung verhindert. Dies schützt alle Kinder, auch Ihr eigenes.
  • Wenn Sie ein Präventivmittel verwenden möchten, haben Sie mit HEDRIN® Protect & Go Spray eine gute Option.
Wie merke ich, dass mein Kind Läuse hat?

Nicht immer muss es jucken, wenn man Läuse hat. Aber wenn sich Ihr Kind sich öfters am Kopf kratzt, sollten Sie eine Kontrolle durchführen. Ein anderes Zeichen für einen möglichen Kopflausbefall sind Eier oder Nissen in den Haaren.

Wenn in der sozialen Umgebung (Kindergarten, Schule, Kinderkrippe, Turnverein, Spielkameraden usw.) ein Lausbefall bekannt ist, dann sollten Sie keine Zeit verlieren und die Haare genau auf Läuse, Eier und Nissen absuchen. Die genaue Vorgehensweise finden Sie auf unserem Merkblatt "Kopfläuse - immer ein Thema".

Sind Läuse gefährlich?

Läuse sind zwar lästig, aber für die Gesundheit der Betroffenen relativ ungefährlich. Krankheiten, wie z.B. bei Zecken, werden durch Kopfläuse nicht übertragen. Allerdings kann es zu allergischen Reaktionen auf die Fäkalien und den Speichel der Laus kommen. Die durch das Kratzen hervorgerufenen Verletzungen der Haut können zu lokalen Entzündungen der Kopfhaut (Infektionen) führen, die sich dann oft in nässenden Ausschlägen zeigen.

Der Krankheitswert bei Lausbefall ist also sehr gering, wenn man dies mit anderen, oft lebensgefährlichen Krankheiten vergleicht.

Sind Läuse an Schweizer Schulen häufig?

Das Vorkommen von Läusen ist auf der ganzen Welt häufig. Hauptsächlich Kinder sind davon befallen, aber auch bei Erwachsenen sind Läuse nicht selten. Leider gibt es kein Zahlenmaterial zum Lausbefall in der Schweiz. Das Auftreten von Kopfläusen ist wellenförmig: Oft beobachtet man ein epidemieartiges Auftreten an den Schulen nach den Schulferien.

Gibt es eine Meldepflicht bei Lausbefall?

Aufgrund des geringen Krankheitswerts (siehe Punkt "Sind Läuse gefährlich?") gibt es keine Meldepflicht bei Lausbefall. Die Frage nach der Meldepflicht trifft jedoch den Nagel auf den Kopf, denn genau an diesem Punkt muss eine erfolgreiche Lausbekämpfung ansetzen. Nur durch transparente Information ist eine frühzeitige Erkennung möglich. Ein umgehendes Handeln kann die Verbreitung verhindern. Denn haben Läuse erst einmal Zeit, sich ungehindert zu verbreiten, wird es schwieriger den Befall in den Griff zu bekommen.

Daher ist es natürlich sinnvoll, wenn KindergärtnerInnen, LehrerInnen, HeimleiterInnen usw. einen Lausbefall umgehend dem Schulärztlichen Dienst melden, damit einheitliche Informationsblätter verteilt und entsprechende Massnahmen eingeleitet werden können. Leider verschweigen immer noch viele Eltern aus falschem Schamgefühl oder Vorurteilen einen Lausbefall und verhindern damit eine frühe und möglichst effiziente Intervention.

Soll man Kinder mit Läusen von der Schule ausschliessen?

Es hat sich gezeigt, dass durch diese Massnahme zu viele Kinder vom Unterricht ausgeschlossen werden; die Diagnose "Kopflausbefall" wird oft übereilig gestellt! Und in jenen Fällen, wo wirklich Läuse vorhanden sind, waren diese meistens schon Wochen bis Monate vorher da. Auch werden durch einen Schulausschluss Kinder stigmatisiert und die Situation beruhigt sich in keiner Weise; zudem bestünde die rechtliche Grundlage für einen solchen Schulausschluss wahrscheinlich ohnehin nicht. Abwesenheit wegen Läusen kann sich rasch summieren – was in keinem Verhältnis zum wohl lästigen aber harmlosen Problem "Läuse" steht.

Betroffene Kinder sollen also nicht nach Hause geschickt werden. Mit umfassender Instruktion von Eltern und Lehrkräften und regelmässigen Kontrollen werden bessere Erfolge erzielt. Zuständig für Fragen zu diesem Thema sind die jeweiligen Schulärztlichen Dienste. Die Frage wird von Kanton zu Kanton und Schule zu Schule uneinheitlich beantwortet.

Massnahmen bei Befall
  • Umfeld informieren (Verhinderung der Ausbreitung und des Pingpong-Effekts)
  • Reinigungsarbeiten sind nicht nötig!
  • Plüschtiere müssen nicht eingefroren oder weggeräumt werden
  • Die Bettwäsche muss nicht mehr als sonst gewaschen werden
  • Lange Haare zusammenbinden
Können Haustiere Läuse übertragen?

Nein! Kopfläuse brauchen menschliches Blut zum Überleben. Es gibt zwar Hunde- und Katzenläuse (und noch viele andere Läusearten), aber die wiederum können mit uns Menschen nichts anfangen! Es gibt also wirklich keinen Grund, bei Lausbefall in der Familie Haustiere zu behandeln.

Generell gilt ...

Ruhig Blut, wenn die Läuse los sind! Dies gilt auch, wenn man sie nicht beim ersten Versuch in den Griff bekommt! Mit täglichen Kontrollen und dem konsequenten Entfernen der Eier und Nissen löst sich das Problem bestimmt.

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